[x1000info-hh] Atomkraftgegner kündigen Widerstand gegen AK W-Renaissance an.

Carsten Orth CarstenOrth@t-online.de
Wed Jul 9 11:20:02 2008



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X-tausendmal quer
Gewaltfrei und ungehorsam gegen Castor und Atomkraft

Presseerklärung
08. Juli 2008


„Wir nehmen die Aufforderung zum Tanz an“

Atomkraftgegner kündigen Widerstand gegen AKW-Renaissance an.


Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation X-tausendmal quer, zur 
aktuellen Debatte um AKW-Laufzeiten:

„Wenn Energiekonzerne und CDU meinen, sie könnten trotz ungelöster 
Atommüll-Entsorgung und täglichem Störfall-Risiko weiter auf Atomenergie 
setzen, dann werden sie Widerstand ernten.

Viele Atomkraftgegner waren mit dem Atomkonsens unzufrieden, weil er den 
bestehenden Reaktoren zu lange Laufzeiten zubilligte. Trotzdem hat er zu 
einer gewissen Befriedung beigetragen, da viele Menschen die Hoffnung 
hatten, dass sich die Atomkraft-Nutzung nach und nach von selbst erledige.

Jetzt zeigt sich, dass vom versprochenen Ausstieg nach zehn Jahren so 
gut wie nichts umgesetzt wurde. Auch in dieser Legislaturperiode wird 
kein AKW vom Netz gehen. Nach der Wahl soll die Begrenzung der 
Laufzeiten ganz kippen, wenn es nach Eon, RWE, Vattenfall und Co geht.

Mehr und mehr Menschen merken, dass es zu einem wirklichen Atomausstieg 
nicht kommen wird, wenn sie nicht wieder selbst aktiv dafür streiten. 
Der Castor-Transport nach Gorleben im November wird so zum Auftakt für 
die neue Auseinandersetzung um die Atomkraft – auch, weil er die weiter 
völlig ungelöste Entsorgung symbolisiert.

Frau Merkel hat sich schon in ihrer Zeit als Umweltministerin an 
Gorleben die Zähne ausgebissen und musste nach immer größeren Protesten 
1998 den Stopp aller Atomtransporte verkünden. Scheinbar will sie diese 
Erfahrung unbedingt ein zweites Mal machen.

SPD, Grüne und Linkspartei fordern wir auf, sich nicht von den 
Stromkonzernen treiben zu lassen, sondern sich aktiv an einer neuen 
Anti-Atom-Bewegung zu beteiligen. Im Fünf-Parteien-System reicht es 
nicht aus, auf parlamentarische Mehrheiten zu hoffen. Niemand kann 
voraussagen, welche Konstellation nach der nächsten Bundestagswahl 
regieren wird und welches Ergebnis Koalitionsverhandlung in Sachen 
Atomkraft haben werden. Umso wichtiger ist es, gesellschaftlichen Druck 
zu organisieren. Wir fangen damit an.

Die Atomlobby macht seit Monaten viel Getöse. Dabei geht es ihnen nicht 
um das Allgemeinwohl, sondern darum, ihre Gewinne auf Kosten der 
Sicherheit der Bevölkerung rund um Reaktoren und Atommüll-Lager weiter 
zu steigern. Wir werden dabei nicht tatenlos zusehen. Ganz im Gegenteil: 
Wir nehmen die Aufforderung zum Tanz an.“


Für Rückfragen:
Jochen Stay, 0170-9358759
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